Zurück in Yei! 7 Jahre nach Kriegsbeginn in Yei im Südsudan konnten wir unsere Schule dort wieder eröffnen! In einem der ärmsten Länder der Welt lernen jetzt 51 SchülerInnen in unserer Schneiderschule und Catering-Schule neue Fertigkeiten. Viele Menschen sind aus den umgebenden Dörfern in die Stadt geflohen, weil es außerhalb der Stadt immer noch nicht sicher ist. Dadurch, dass sie in der Stadt kein Land zum Anbauen haben, sind sie besonders von Armut betroffen und allen Problemen, die damit einhergehen. Laut unserer Schneider Lehrerin Susan haben sich besonders alleinerziehende Mütter über das neue Angebot gefreut. Manche sind durch den Krieg Witwen geworden, andere sind noch Jugendliche. Danke für alle, die das durch ihre Spende möglich machen!
Gibt es Hoffnung für Lillian?
Lillian schien am Ende ihrer Hoffnung angekommen: Erst musste sie mit ihrer Familie wegen dem Bürgerkrieg aus Südsudan nach Uganda fliehen. Dann wurden sie und ihre fünf Kinder von ihrem Mann, dem Vater ihrer Kinder, verstoßen als er eine andere Frau heiratete. Eine andere Frau nahm sie für einige Monate auf, aber dann schickte dessen Mann sie auch wieder fort. Ohne Geld für Miete fanden sie Zuflucht in einem unfertigen, verlassenen Gebäude. Lillian gab aber die Hoffnung nicht auf, sie arbeitete hart und verdiente durch Wäsche waschen und dem Verkauf von leeren Flaschen genug zum Überleben. Eine Freundin erzählte ihr von unserer Ausbildungsschule, und sie meldete sich für die Schneiderausbildung an. Im Dezember 2022 war sie fertig und bekam ihr Abschlusszeugnis. Sie sparte genug bis sie sich eine Nähmaschine kaufen konnte und fing an Kissen und Kinderkleidung zu nähen und zu verkaufen. Jetzt, ein Jahr später, mietet Lillian eine richtige Wohnung und kann die Schulgebühren für alle ihre Kinder bezahlen, Essen und Medizin sind keine großen Probleme mehr. Und sie bildet sogar fünf andere alleinerziehende Mütter in ihrer Nachbarschaft im Schneidern aus!
Neuanfang aus den Trümmern
„Die uralten Trümmerstätten bauen sie dann auf, stellen die wüsten Orte wieder her…“ Jesaja 61,4 Wir bauen zwar kein Jerusalem wieder auf, aber es ist der gleiche Gott, der uns hilft, andere Trümmer in einem kriegsgebeutelten Land wieder zu einem Ort des Lernens und der Hoffnung zu machen: Wir bauen unsere Klassenzimmer in Yei, Südsudan wieder auf! 2014 fing das Projekt dort an, und es wurden mit wenigen Mitteln und deswegen billigem Baumaterial drei Klassenzimmer gebaut. Seit wir Mitte 2016 wegen dem Bürgerkrieg fliehen mussten, sind die Zimmer inzwischen eingestürzt. Sie werden jetzt viel besser und haltbarer nochmal gebaut und im Januar eröffnen wir unsere Kurse dort wieder! Im Umland gibt es noch viel Unsicherheit von bewaffneten Gruppen, aber in der Stadt selbst ist es relativ friedlich und die Menschen brauchen wieder neue Hoffnung für ihr Land und ihr Leben. Wir sind glücklich, dass wir die Schule dort endlich wieder eröffnen werden. Nehemiah Gateway ermöglicht uns diese Wiedereröffnung finanziell und wir sind sehr dankbar dafür. 6000 Euro müssen wir selbst beitragen, da brauchen wir und die Menschen in Yei eure Unterstützung: Einfach einen Betrag auf unser Konto überweisen, mit Verwendungszweck Yei. Danke! Kleine Fliege – große Wirkung Ugandas Bevölkerung wächst rasant, und damit auch der Bedarf an Nahrungsmittel. Um unseren Teil dazu beizutragen, gab es in den letzten Monaten zwei tolle Entwicklungen: Produktive Pause Im Juli und August kamen keine Schülerinnen und Schüler in unsere drei Ausbildungsschulen in Uganda. Die Schulen hatten Pause – aber nicht die Lehrerinnen und Lehrer. Sie lernten selbst Neues und wurden von eingeladenen Lehrern weiter ausgebildet. Dabei wurden nicht nur neue Fähigkeiten im Schneidern, Frisieren und Kochen gelernt, sondern auch Lehrpläne erstellt, am Teamwork und an geistlichen Themen gearbeitet. Wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten hochwertige Ausbildungen anbieten und dabei die Schülerinnen und Schüler auch persönlich begleiten, unterstützen und ihnen Hoffnung geben. Damit die Lehrer und Lehrerinnen das stemmen können, sind solche Weiterbildungen und Zeiten im Team sehr wichtig. „Die Weiterbildung hat uns zu besseren Lehrerinnen gemacht, ich wünschte ich hätte das alles schon viel eher gelernt“
Neues Grundstück
Im Februar gab es einen großen Umzug: Nazareth Haus ist jetzt auf eigenem Grundstück! Noch treffen wir uns mit den Kindern unter Planen, aber eine Halle und ein Klassenzimmer werden voraussichtlich bald dazu kommen. Wir sind immer noch im gleichen Stadtviertel, haben aber in den letzten Monaten durch den neuen Standort auch mehr neue Kinder, die die Programme besuchen. Von befreundeten Missionaren bekamen wir eine komplette kleine Bücherei geschenkt, samt Regalen. Freunde von YWAM Arua, die mit uns zusammen Nazareth Haus leiten, haben uns einen Stromanschluss ermöglicht. Bäume haben wir auch schon mit den Kindern zusammen gepflanzt, so wird es langsam gemütlich und hoffentlich zu einem zweiten Zuhause für viele Kinder und Jugendliche.